Felix Schramm im Frac Alsace

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visuel Felix Schramm« You can't beat time »

Ausstellung : 2. Mai - 12. Oktober


 
Monumentale In-situ-Kunst
Felix Schramm ist Bildhauer. Sein Werk besticht auf Anhieb durch die Intensität, das von ihm ausgeht, durch seine Fähigkeit, sich raumgreifend zu entfalten, und durch die Kühnheit, mit der es sich im Raum behauptet. Spezifisch auf den Ort zugeschnitten, bergen die Objekte etwas Irreales, das den Raum herausfordert, ihn erschüttert, destabilisiert. Sie offenbaren sich als eindrucksvolle Architektur-Abrisse und -Perforationen, muten an wie ein Gewirr von gewaltigen Wandfragmenten und Konstruktionselementen, die anscheinend irgendwo herausgerissen und hierher versetzt wurden, fixiert in einer intensiven Farbgebung. Das alles könnte eine KatastrophenÄsthetik suggerieren, dennoch scheint hier alles an seinem rechten Platz. Auch wenn dieser Eindruck entstehen könnte: Felix Schramm erschafft keine brutalistischen, sensationshaschenden Installationen, sein Werk versteht sich auch nicht als Kommentar zum Verfall und Chaos unserer Welt. Seine Arbeit liegt gänzlich im Bereich der Skulptur, eine Skulptur betrachtet als formale Ausdehnung eines (De-)Konstruktionsprinzips.

(c) Felix Schramm_photo Jean-Baptiste Dorner (1)

Architektonischer Exkurs
Felix Schramms plastische Rauminterventionen folgen der Formensprache und den Materialien der Architektur. Im gleichen Maße wie immer neue Bruchstücke hinzugefügt, eingeschoben und in sich verschachtelt werden, treten sie in einen Dialog mit dem Raum, in dem sie agieren. Zusammensetzen, Durchbrechen und Zerschneiden, das alles sind äquivalente Gesten. Der Künstler konstruiert so wie er dekonstruiert, und in den Räumen, die er besetzt, rivalisiert das Dekonstruierte mit dem Konstruierten und das Echte mit dem Künstlichen in einer verstörenden Mischung. Er verwendet Fragmente früherer Plastiken ebenso wie eigens gefertigte Elemente; und mitunter erweist sich, dass Wände, die von Natur aus strukturieren oder tragen sollen, tatsächlich nur hergestellt wurden, um sodann durchlöchert oder durchquert zu werden. 

(c) Felix Schramm_photo Jean-Baptiste Dorner (3)

Fülle an spürbarer Erfahrung
Felix Schramms Objekte sprengen den Raum und komponieren ihn neu; die Tiefe, die sie einnehmen, erschließt sich niemals sofort. Monumental, wie sie sind, spielen sie mit der progressiven Offenbarung ihres Volumens, mit dem subtilen Verschmelzen der Dimensionen, dem nahtlosen Übergang von plan zu räumlich und umgekehrt und erheben insofern auch Anspruch auf etwas Bildhaftes. In diesen architektonischen Exkursen findet sich weder eine Dokumentation über das Wohnen noch eine Suche nach Funktionalität. Vielmehr das Streben nach einer formalen Balance und Spannung. Somit liegt die Kraft von Felix Schramms plastischem Werk - über seine unmittelbare Intensität hinaus - in der Fülle an visueller und räumlicher Erfahrung, die es vermittelt. Der Betrachter, der sich auf diese Kunst einlässt, entdeckt nach und nach eine überraschende Farbenvielfalt, Flächenund Tiefenwirkungen, Maßstabsverschiebungen, Öffnungen und Durchbrüche. Der Blick taucht ein in die klaffenden Lücken, prallt auf die Fragmente, verschwindet in der Tiefe der Skulptur. Von einer Perspektive zur nächsten, alle in sich komplementär, zoomt er unablässig zwischen nah und fern und entsteht eine faszinierende Reflexion über die Art der Wahrnehmung.

Olivier Grasser Aiello
Direktor des Frac Alsace
 


Mehr Infos über den Künstler: www.felixschramm.net

Felix Schramm wird vertreten von den Galerien Thomas Flor (Berlin),
Max Mayer (Düsseldorf) und Lange & Pult (Zürich).



Praktische Informationen
  • Frac Alsace
  • 1 espace Gilbert Estève / Route de Marckolsheim in Sélestat (Anfahrt)
  • Ausstellungs-Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 14 bis 18 Uhr
    einschließlich Feiertage (08.05., 29.05.,15.08.)
  • Betreuung von Gruppen: Täglich außer Montag nach Voranmeldung
  • Führungen: Kostenlos auf Anfrage
  • Eintritt frei


Bildnachweis
Fotos : © Jean-Baptiste Dorner



  • Eingegliedert in die Agence culturelle d’Alsace, wird der Frac Alsace finanziert vom Französischen Kulturministerium / Abt. DRAC Alsace und dem Elsässischen Regionalrat. Er erhält Unterstützung vom Conseil Général du Bas-Rhin, von der Akademie Straßburg und der Stadt Sélestat.
  • Der Fonds ist Mitglied des Elsass-Netzwerks für Zeitgenössische Kunst VERSANT EST und von PLATFORM - einem Zusammenschluss aller französischen FRAC-Zentreneinschließlich der angeschlossenen Einrichtungen.
 
Kontakt

Christelle Kreder
Edition, Produktion und Öffentlichkeitsarbeit
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Übersetzung

Andrea Müller-Lereuil
   
 
 
 
 
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